Hier die Stellungnahme des FDP/FW Fraktionsvorsitzenden Peter Erdmann:
Dem Gemeinderat wurden am 19.03.09 von zwei renomierten Firmen total unterschiedliche Konzepte für die Neubebauung vorgestellt. Gefordert waren, entsprechend den Lücken im Einkaufskorb, ein Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment, ein Sportmarkt , sowie ein Möbelangebot. Möglich waren Hotel und Wohnungen.Der HBB (Lübeck)-Entwurf bietet ca. 7500 qm hauptsächlich für Handel, Büro und Gastronomie. Ergänzt wird der Plan mit 305 oberirdischen Stellplätzen und 10 Wohneinheiten. Ankerbetrieb wäre ein Lebensmittelmarkt mit 4000 qm (bedarfsdecken wären vermutlich ca. 2000qm). Auf ein Hotel wurde bewusst verzichtet, da eine Standortanalyse keinen Bedarf ergab.Der auffälligste Unterschied zum 2. Investorenentwurf ist für mich der gelungene Erhalt einiger prägenden Bestandsgebäude und dem Kamin. Dadurch ist der Bezug zur Geschichte der Industrialisierung von Schorndorf dargestellt. Die Anbindung an die Bahnunterführung ist sehr einladend und führt zu einer guten Verknüpfung mit der Vorstadt. Die Firma IGP, Berlin, möchte eine komplette Neubebauung mit einer Fläche von ca. 16 000 qm für Handel und Büro, dazu 260 unterirdische Stellplätze, einem Hotel und 54 Wohneinheiten. Es ist eine zeitgemäße, moderne Bauweise, aber gesichtslos und austauschbar. IGP lockt dazu mit einem H+M-Textilmarkt, der zweifelsfrei für Schorndorf eine Bereicherung und Magnet darstellen würde. Ich bin allerdings der Meinung, dass ein H+M-Markt mit seinem innenstadtrelevanten Sortiment eindeutig in die Innenstadt gehört und nicht ins Breuninger-Areal, sondern z.B in die Weststadt, wo dieser Betrieb gerne gesehen würde.Beide Entwürfe sehen für Schorndorf viel zu viel Handelsfläche vor, für die es weder Kunden noch Bedarf gibt. Beim IGP-Entwurf sind es ca. 4000 qm (!) die im Augenblick ohne jeden konkreten Verwendungszweck vorgesehen sind, die wohl kaum mit Sortimenten gefüllt werden können, die der Innenstadt keinen Schaden zufügen. Dazu kommt, dass bei einer Zustimmung zu H+M weitere Textilmärkte im Breuninger-Areal nicht zu vermeiden sind, da im Bebauungsplan nur Branchen ausgeschlossen werden können, aber keine Firmen! Neu auf dem Wunschzettel von Bürgermeisteramt und Gemeinderat stehen erfreuliche Flächenwünsche (1200qm) des Landratsamtes, sowie zusätzlich von einer weiteren Behörde. Im Gegensatz zu IGP, Berlin, kann der Investor HBB, Lübeck, diese Flächen z. Zt. In seinem Entwurf nicht anbieten. Sollte HBB im Rennen bleiben wollen, müßte hier unbedingt nachgebessert werden.Sollte der Entwurf von IGP mit den unnötigen Handelsflächen Wirklichkeit werden, wird des zarte Pflänzchen „Weststadt“ dies nicht überleben. Bei beiden Entwürfen wird entscheidend sein, ob der Gemeinderat den Mut hat, wie von allen Fraktionen zugesichert, im Bebauungsplan, außer Lebensmittel und Sport, alle anderen, innenstadtrelevanten Warenbereiche auszuschließen.Wie für jeden nachvollziehbar sind wichtige Fragen noch unbeantwortet. Aus diesem Grund hat die FDP/FW-Fraktion bei dieser wichtigen Entscheidung „2.Lesung“ beantragt. Ich hoffe, dass beide Investoren ihre Pläne überarbeiten, vor allem IGP die Handelsflächen reduziert, damit keine Leerstände provoziert werden, wie z.B in Esslingen im Dick-Areal geschehen und die Innenstadt negativ beeinträchtigt, sondern belebt wird.Investoren und Gemeinderat sollten die Zeit bis zur endgültigen Entscheidung am 23.04.09 nützen.
Ein interessanter Beitrag ist in der Stuttgarter Zeitung vom 21.03.2009 erschienen, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.
Artikel Stuttgarter Zeitung vom 21.03.2009